Felix

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SABINE THOLEN
Le Terrier (der Bau)

03.12.2016 - 28.01.2017


Vor dem Fenster von Sabine Tholens Atelier ragt ein riesiger Baumstamm in die Höhe. Im Herbst fällt das Licht durch die gelbe Baumkrone gefärbt warm auf die Tische im Innenraum. “Ja, ich fühle mich hier drin manchmal schon wie ein Maulwurf,” lacht die Künstlerin. Die Räume liegen im Souterrain, wir sind auf einer Höhe mit den Baumwurzeln. Sie erzählt von Franz Kafka und seiner Erzählung über ein Tier, das sich in seinen Bau zurückzieht und aufgrund eines andauernden Geräusches paranoid wird. Sie hatte sich schon länger mit der Idee des Tunnels beschäftigt, als sie Kafkas Geschichte las, die wiederum zum Titelgeber für ihr Bild wurde. Diese Beklemmung und das Gefühl von Enge, das Kafka beschreibt, werden auch in der Fotografie spürbar. Ich sehe mir den Tunnel genauer an. Wenn ich mir versuche vorzustellen, wie es ist, in diesem Tunnel zu stehen, dann kommt mir kein Klang, kein Geruch dazu in den Sinn. Auch Bewegung kann ich keine darin entdecken. Stattdessen herrscht absolute Starre. Vielleicht überlege ich deshalb kurz ob das Bild echt ist, oder nicht doch gerendert wurde. Eine Annäherung an einen Tunnel, vom Computer errechnet, mit dem Ziel mein Auge zu täuschen. Computergeneriert? Aber nein, der grünliche Schimmer auf dem Spritzbeton ist echt. Die Präzision, die ich wahrnehme, hat mit Sabine Tholens Arbeitsweise zu tun. „Observation, Focalisation, Fragmentation, Recomposition,“ nennt die Künstlerin als vier Leitbegriffe für ihre künstlerische Praxis. Auch das Bild Le terrier (der Bau) geht über eine reine Naturaufnahme hinaus. Mit der zentralen Setzung des Fluchtpunkts erhält das Bild seinen Fokus, durch die Aufteilung auf zwei Plakate wird es fragmentiert und bei der Betrachtung wieder zu einem Bild zusammengefügt.


(Rebecka Domig, November 2016)


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Felix ist eine Plakatwand. Felix ist im Quartier Weissenstein/ Neumatt, auf dem Platz vor den Vidmarhallen zuhause. Felix ist ein Kunstprojekt des Künstlers Alain Jenzer. Felix ist ein Offspace, ein nicht kommerzieller Kunstort. Mit den Mitteln der Kunst reflektiert Felix während fünf Jahren sich selbst und sein Quartier.

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